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Die Stadt Greven will auch weiter keine Pferdesteuer einführen - 15.01.2014

Von Peter Sauer

Hessen hin oder her: Die Stadt Greven will auch weiter keine Pferdesteuer einführen. Sehr zur Zufriedenheit der örtlichen Reitvereine.

Seit längerem ist die Finanzlage der kommunalen Haushalte angespannt. Nicht wenige Städte und Gemeinden überlegen sich zusätzliche Einnahmequellen. Als erste Kommune in Deutschland führte die nordhessische Kleinstadt Bad Sooden-Allendorf die Pferdesteuer ein. Der Protest folgte auf dem Fuß: Neun Pferdehalter legten beim Hessischen Verwaltungsgericht Klage ein. So lange muss Bad Sooden noch warten. Die Entscheidung des Gerichts wird nun mit Spannung erwartet, da sich inzwischen weitere Kommunen mit dem Thema beschäftigen. Auch Greven.

Schließlich darf sich die Emsstadt seit 2002 ganz offiziell „Pferdefreundliche Gemeinde“ nennen. Der Grevener Werner Thiel regte an, eine Pferdesteuer einzuführen, um mit dem Geld Straßen sicherer, weil verkehrsberuhigter zu machen. Bereits am 9. Oktober 2013 entschied der Haupt-und Finanzausschuss: „Auf die Einführung einer Pferdesteuer wird in Greven verzichtet.“ Die Stadt will sich auch weiter daran halten, ganz egal wie in Hessen in ein paar Monaten entschieden wird.

Schließlich gibt es in Greven mehr als 1200 Pferde (manche schätzen sogar rund 3000), rund 140 Betriebe mit Pferdehaltung, 66 aktive Pferdezuchtbetriebe und 18 Reithallen. Zwei Reit- und Fahrvereine tragen in modernen Anlagen hochrangige internationale Turniere aus. In Saerbeck leistet der Reitverein St. Georg gute Arbeit.

Der Pferdesport ist aus Sicht der Stadt nicht nur ein wichtiger wirtschaftlicher Standortfaktor, sondern sorgt auch für eine hohe Lebensqualität für Bürger und Gäste der Stadt. Das alles wäre in Gefahr, wenn die Pferdesteuer eingeführt würde. Die Stadt rechnet dann damit, dass Pferdebesitzer in steuerfreie Kommunen in der Nachbarschaft ausweichen und Greven einen starken Imageverlust verzeichnen würde.

„Die Reiter zahlen doch schon mit der Reiterplakette eine Nutzungsgebühr für Reitwege und Gelände, dazu kommen Kosten für Futter, Hufschmied, Stallhaltung und Hallengebühr“, erläutert Uwe Sahle, Erster Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Sankt Martin. Die Pferdesteuer wäre deshalb eine doppelte Belastung, die auch kein Hundehalter für sein Tier bezahlen würde.

Für Dirk Schulze Gronover, den Ersten Vorsitzenden des Reit- und Fahrvereins Greven, ist die Pferdesteuer „ein großer Schwachsinn“. Die Einnahmen zur Sanierung des kommunalen Haushalts stünden in keinem Verhältnis zum (Flur-)Schaden. „Mit der Pferdesteuer macht man einen ganzen Wirtschaftszweig zunichte“, sagt Schulze Gronover.

Er rechnet vor: „Jedes dritte Pferd bringt einen Arbeitsplatz mit sich.“ Ob in der Zucht, in der Pferdeartikelindustrie, im Pferdesport oder in der Landwirtschaft: rund 300 Arbeitsplätze wären nach Einschätzung von Gronover und Sahle gefährdet, wenn der Fiskus den Pferdefreunden in die Tasche greifen sollte.

Auch der Reit- und Fahrverein hat deshalb bereits 2013 eine Petition gegen die Pferdesteuer unterzeichnet. Auch aus einem anderen Grund: „Wenn die Pferdesteuer kommt, bricht uns auch der Nachwuchsbereich weg“, sagt Uwe Sahle, „der ganze Hobbyreiterbereich wäre gefährdet“. Der Saerbecker Züchter Willi Ottmann bringt es auf den Punkt: „Eine Pferdesteuer kommt bei uns nicht in Frage.“

Quelle: (http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Greven/Grosse-Ablehnung-in-Vereinen-Pferdesteuer-ist-fuer-Reiter-Mist)

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