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Durch die Augen unserer Pferde – was sie uns geben


„Was machen die Pferde?“ Das war die Frage einer Kollegin, die ich nach über einem Jahr zum ersten Mal wieder im Rahmen einer Konferenz traf. Gewundert habe ich mich nicht, obwohl sie schon lange nicht mehr reitet und trotzdem hatten wir viel zu bereden und ließen uns auch nicht von einem weiteren Kollegen irritieren, der vergeblich versuchte, der Unterhaltung eine andere Richtung zu geben. Sind wir Reiter wirklich anders als „Ihr (anderen) Menschen“? Vielleicht schon. Auf dem Heimweg habe ich lange darüber nachgedacht.


Was wir sehen und was wir hören

Unsere menschliche Art der Wahrnehmung macht uns zu dem, was wir sind. Das heißt, dass unsere Wahrnehmung persönlich ist. Sie unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und sie ist Teil unserer Fähigkeiten. Wir beobachten dabei unser Inneres und die Außenwelt. Beides verbinden wir miteinander und ziehen daraus auch unsere Schlüsse. Aber wir nehmen menschlich wahr, unterscheiden z.B. in gefährlich und ungefährlich, in spannend und langweilig, in gewohnt und neu. In der Verbindung mit einem Tier erweitert sich unsere Wahrnehmung. Das passiert aber nur, wenn wir es zulassen.

Vom Jagen und sich treiben lassen

Der Umgang mit dem Pferd funktioniert nur reibungslos, wenn wir bereit sind, die Wahrnehmung des Pferdes zu der unseren zu machen. Dazu müssen wir in der Lage und willens und fähig sein, uns auf eine gewisse Weise auszuliefern. Das Pferd ist uns überlegen. Es ist viel stärker, es läuft viel schneller, seine Wahrnehmung ist anders, seine Reaktionsfähigkeit der unseren um Lichtjahre voraus. Wir Reiter kennen das. Wir reiten durch den Wald und sehen Dinge, hören Geräusche und nehmen Gerüche wahr, die uns in diesem Umfang nicht auffallen, wenn wir im Wald spazieren gehen würden, womöglich noch mit Kopfhörer oder mit einer anderen Person im Gespräch vertieft oder grübelnd über das nächste Projekt, die Rechnungen oder andere Sorgen. Für so etwas ist im Kopf eines Pferdes kein Platz. Wenn wir aber mit dem Pferd unterwegs sind, müssen wir seine Gedanken und seine Wahrnehmung zu den unseren machen. Tun wir das nicht, setzen wir unser Leben aufs Spiel. Das ist nicht beängstigend. Es ist eine Chance, denn für diese Bereitschaft macht uns das Pferd ein ganz besonderes Geschenk. Es lässt uns die Welt durch seine Augen sehen. Seine Wahrnehmung wird damit zur unseren. Sie erstaunt, überrascht, erschreckt, beruhigt und bereichert uns.

Was uns ans Pferd bindet

„Wer nie im Morgentau auf leicht behuftem Pferde die Welt durchstreift, weiß nichts um des Lebens höchstes Glück“. Dieses Zitat, das verschiedenen Autoren zugeschrieben wird, ist nur eines von vielen, die sich mit dem Glück des Reitens befassen. Aber sicher können wir sein, dass uns das Reiten verändert hat. Wir fahren auf den Hof, wir öffnen die Autotür und der Stress ist weg. Wir sehen unser Pferd und wir sind geheilt von allen Verletzungen, die uns der Tag zugefügt hat. Wir sitzen auf und schon normalisiert sich der Blutdruck, der Schnupfen ist weniger quälend, die Rückenschmerzen lassen nach. Wir traben auf dem Zirkel, wir galoppieren durch den Wald, wir springen den Parcours, und selbst wenn wir nur auf dem Rücken im Gras liegen, während das Pferd neben uns grast, ist in diesen Sekunden, Minuten, Stunden alles gut.

C.S.

 

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