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Stellungnahme des Aktionsbündnisses Pro Pferd e.V. zum Wolf

Die Rückkehr und Ausbreitung des Wolfs stellt Weidetierhalter vor eine schwierige Aufgabe. Die Veröffentlichung von Lösungsvorschlägen, wie wolfsabweisende Zäune, Anschaffung von Herdenschutzhunden und die Ankündigung von großzügigen finanziellen Unterstützungen, erwecken den Eindruck, dass der Schutz der Pferde ausschließlich an der Kooperation der Tierhalter scheitert.

Tatsächlich sind die Gelder nur auf dem Papier großzügig und gerade bei großen und naturnahen Flächen nicht annähernd ausreichend, um den dafür geforderten Aufwand zu finanzieren. Die genannten Lösungen mit wolfsabweisenden Zäunen sind zudem oftmals gar nicht umsetzbar, weil sie an Gesetzen scheitern, die genau diese Umsetzung verhindern.
Gerade beim Zaunbau gibt es immer wieder baurechtliche Einschränkungen und folglich Auseinandersetzungen mit Naturschutzbehörden, die den Rückbau solcher Zäune fordern und auch durchsetzen.

Wolfsabweisende Zäune sind vollständig wilddicht!

Selbst bei Zulässigkeit ist der Bau von wilddichten Zäunen auf großen Flächen im Sinne des Naturschutzes und für das wandernde große und kleine Wild abzulehnen. Schon jetzt erfordert es große Fachkenntnis einen hütesicheren Zaun so zu bauen, dass er gesetzeskonform ist UND möglichst vielen Wildtieren den Weg nicht versperrt.

Weidezaun

(Bild: Jörg Wahle)

Stromlitzen auf einer Höhe von 20 cm machen die Flächen für kleinere Wildtiere unpassierbar. Die Tiere sterben durch Stromschlag.

Kröte

(Bild: Jörg Wahle)

Wir warnen deshalb vor der Einschätzung, die Lösung liege auf der Hand, die Pferdehalter müssten nur aktiv werden.
Aus Tierschutz- Naturschutz- und wirtschaftlichen Gründen ist das generelle wilddichte Einzäunen von Weideflächen für Pferde in Wolfsgebieten nicht umsetzbar. Die Aussage, dass diese Methoden ausreichen, ist unfair, falsch und vertieft die Gräben zwischen den betroffenen Pferdehaltern und Wolfsbefürwortern.
Wir fordern die Aktiven auf beiden Seiten auf, uns bei der Suche nach alternativen Schutzmaßnahmen zu unterstützen, die einer modernen und lösungsorientierten Gesellschaft gerecht werden.

Dazu gehört auch, die Entwicklung intelligenter, wolfsabweisender Maßnahmen voranzutreiben und Forschungen zum digitalen Herdenschutz einzufordern. Verbände, die sich dem Schutz des Wolfs verschrieben haben, bitten wir eindringlich, die sachbezogene Aufklärung zu unterstützen, ausgewogen zu berichten und die Leserschaft und Unterstützer über die gesetzlichen und ordnungsbehördlichen Grenzen und weitreichenden Folgen für den Naturschutz durch wilddichte Zäune zu informieren.
Die Rückkehr zur Stallhaltung von Pferden lehnen wir strikt ab. Als Pferdehalter leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Flächenpflege im Sinne des Naturschutzes. Die naturnahe Haltung von Pferden mit möglichst ganzjähriger Haltung unter freiem Himmel auf vegetationsreichen Flächen mit Hecken, Büschen und Bäumen und Unterständen, die die Pferde bei Bedarf aufsuchen, ist gelebter Tier- und Naturschutz, dessen Entwicklung jahrzehntelanges Umdenken benötigt hat. Diese optimale Weidetierhaltung darf nicht durch einseitige und nicht zu Ende gedachte Schutzvorschläge gefährdet werden.

(CS)

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